Folgeantrag: Biologische Maiszünslerregulierung

» Mais-Sägemeinschaft Sonderbuch

 

 Im Jahr 2004 hat die Mais-Sägemeinschaft Sonderbuch den Versuch begonnen, Alternativen zu gentechnisch veränderten Sorten im Maisanbau in der Region zu etablieren. Hintergrund ist die Problematik des Maiszünslers, einer Schmetterlingslarve, die bei günstigen Ablagebedingungen bis zu 40 Prozent Ertragsausfall im Mais verursachen kann. Bei gentechnisch veränderten Sorten (z.B. Bt-Mais) entwickelt die Maispflanze ein Gift, an dem die Larven zugrunde gehen. Die Sorten sind nicht unumstritten, sowohl was die Auswirkungen auf andere Insekten und somit das Ökosystem, als auch, was die Weiterfütterung an Tiere anbelangt. Besonders im Hinblick auf die vom Kreisbauernverband angestrebte Gentechnik-freie Anbauregion will die Mais-Sägemeinschaft Sonderbuch Alternativen schaffen. Alternativ bringen die Sonderbucher Landwirte Schlupfwespen aus, die die Eier des Schmetterlings, die im Mais abgelegt werden, parasitieren und dadurch zerstören.

Bei dieser Methode werden zunächst die Flug- und damit auch Eiablagezeiten des Schmetterlings durch Lichtfallen, Schlupfkäfige und Temperatursummen der Wetterstationen ermittelt, um die Schlüpfzeit der Maiszünslerlarven prognostizieren zu können. Sobald der Schmetterling zu fliegen beginnt, werden die Schlupfwespeneier auf Kartonrahmen oder mit Kugeln auf dem Acker ausgebracht. Nach 2 –3 Tagen parasitieren die Schlupfwespenlarven auf den Eiern des Zünslers (Nahrungsgrundlage) und können so 80-90% der Eier vernichten. Im Rahmen des Versuchs stellt ein Teil der Landwirte der Mais-Sägemeinschaft jeweils 2/3 seiner Maisfläche zur Verfügung. Die Versuchsanordnung bezieht sich auf verschiedene Maßnahmen: unbehandelt, eine Schlupfwespenbehandlung, zweimalige Schlupfwespenbehandlungen, maschinelle Ausbringung und Behandlung mit Pyrethroiden (chemisch-synthetische schnellabbaubare Insektizide).

Die Versuche waren von Beginn an auf zwei Jahre angelegt, um aussagekräftige Ergebnisse erzielen zu können. Erste Ergebnisse der Versuche im Jahr 2004,  zeigen, dass der Befallsdruck des Maiszünslers sich im Jahr 2004 weiter erhöht hat und der Schlupfwespeneinsatz eine befriedigende bis gute Wirkung zeigt. Die Schlupfwespenausbringung konnte dort, wo sie zum richtigen Zeitpunkt stattgefunden hat, den Befall deutlich reduzieren und Ernteeinbußen entgegen wirken. Allerdings sollen die Freilassungstermine der Schlupfwespen besser auf die kleinklimatischen Unterschiede innerhalb der Region abgestimmt und dadurch der Wirkungsgrad der Schlupfwespen wesentlich erhöht werden.

Die Mais-Sägemeinschaft beantragt die Unterstützung der Fortführung des ersten erfolgreichen Versuchsjahres im Jahr 2005 bei REGIONEN AKTIV.

 


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