Biologische Maiszünslerbekämpfung
» Mais-Sägemeinschaft Sonderbuch
Durch die wärmere Witterung der vergangenen Jahre treten im Bereich der Mittleren Schwäbischen Alb und der angrenzenden Gebiete zunehmend Schädlinge auf, die bisher nur im Gebiet des Oberrheins auftraten. Ein Schädling, der sich besonders im Maisanbau in unserem Raum ausbreitet, ist der Maiszünsler. Die Larven dieses Schmetterlings können bei günstigen Ablagebedingungen bis zu 40 Prozent Ertragsausfall im Mais verursachen.
Im konventionellen Landbau werden zur Bekämpfung bisher häufig sehr aggressive Insektizide ausgebracht, deren Ausbringung allerdings mit technischem Aufwand verbunden ist, so dass es auf der Mittleren Alb fast nicht zur Anwendung kommt. Um Alternativen zu dieser chemischen Bekämpfung bzw. zu den gentechnisch bearbeiteten Maiszünsler resistenten Maissorten (Bt-Mais) für die Mittlere Schwäbische Alb aufzuzeigen, möchte die Mais-Sägemeinschaft Sonderbuch auf ca.150 ha die Ausbringung von Nützlingen der Gattung Schlupfwespe (trichogramma spez.) durchführen. An dem Versuch werden 13 Landwirte der Maissägemeinschaft teilnehmen. Der Einsatz von Schlupfwespen wird am Oberrhein bereits teilweise praktiziert, ist aber im Klimaraum der Mittleren Alb noch unerprobt und damit wegweisend und modellhaft.
Bei dieser Methode werden zunächst die Flug- und damit auch Eiablagezeiten des Schmetterlings durch Lichtfallen, Schlupfkäfige und Temperatursummen der Wetterstationen ermittelt, um die Schlüpfzeit der Maiszünslerlarven prognostizieren zu können. Sobald der Schmetterling zu fliegen beginnt, werden die Schlupfwespeneier auf Kartonrahmen oder mit Kugeln auf dem Acker ausgebracht. Nach 2 –3 Tagen parasitieren die Schlupfwespenlarven auf den Eiern des Zünslers (Nahrungsgrundlage) und können so 80-90% der Eier vernichten. Im Rahmen des Versuchs stellt ein Teil der Landwirte der Mais-Sägemeinschaft jeweils 2/3 seiner Maisfläche zur Verfügung. Die Versuchsanordnung bezieht sich auf 5 verschiedene Maßnahmen: unbehandelt, eine Schlupfwespenbehandlung, 2 Schlupfwespenbehandlungen, maschinelle Ausbringung, Überfliegung und Behandlung mit Pyrethroiden (biolog. Mittel).
Um den Erfolg der Maßnahme ermitteln zu können, werden die mit Maiszünsler befallenen Kolben gezählt, was von einer Spezialfirma übernommen wird. Die Zählarbeiten, die im Rahmen der Schmetterlingsflugermittlung anfallen, führen die Landwirte selber durch.
Das auf zwei Jahre angelegte Modellprojekt zur biologischen Bekämpfung des Maiszünslers auf der Mittleren Schwäbischen Alb soll den Landwirten und Landwirtinnen Alternativen zum Anbau von gentechnisch verändertem Mais und zur Verwendung konventioneller Spritzmittel aufzeigen. Perspektive des Versuchs ist es, den Maisanbau im Landkreis Reutlingen umweltfreundlicher zu gestalten.
Der Versuch ist für die teilnehmenden Landwirte mit einem erhöhten Kostenaufwand verbunden und dem Risiko, dass der Ertrag trotz höherer Kosten im Vergleich zur herkömmlichen Bewirtschaftung gleich bleibt.
Kontakt:
Gebhard Aierstock (Projektkoordinator)
Maissägegemeinschaft Sonderbuch
Kirchgasse 5
88 529 Zwiefalten-Sonderbuch
07373/ 1239
info@gebhard-aierstock.de


